Umgehung der Mofetten - Von Detmold nach Horn

Wanderung am 2.9.2026

Umgehung der Mofetten - Von Detmold nach Horn

Den Titel der heutigen Wanderung wählte Wanderführer Fritz Röwe in Anspielung auf die Ereignisse um die Bad Meinberger CO2-Mofetten, die zur Zeit die Medienberichterstattung über Horn-Bad Meinberg beherrschen, sollte aber nichts anderes bedeuten, als dass es bei dieser Wanderung mehr um Horn gehen sollte und Bad Meinberg deshalb weiträumig umgangen wird.

Auf dem Weg von Detmold nach Horn gab es einige ganz neue Einblicke wie z.B. den lauschigen Pfad durch den Savonlinna Park. Aber auch bekannte und beliebte Wegstrecken erfreuten die Wanderer, die bei bestem Wanderwetter durch die Lavendelfeldern in Fromhausen und die Bergheide führten. Die Blaubeerroute mit dem immer wieder atemberaubenden Blick auf die Externsteine gehörte ebenfalls dazu.

Von Süden her, aus dem ‚Südholz‘ ging es über den ‚Püngelsberg‘, von dem man schon einen schönen Blick auf die Horner Altstadt mit Burg-, Kirch- und Rathausturm hatte, Richtung Innenstadt. Als zweitälteste Stadt Lippes (1248) weist Horn einen typisch mittelalterlichen Grundriss als ringförmige Anlage um ein altes Wegekreuz zweier wichtiger Handelswege auf. So kann man auch heute noch auf dem Wall-Rundgang Reste der alten Befestigung mit Stadtmauer, Wassergraben und dem letzten noch vorhandenen Wehrturm von ehemals vier vorhandenen Stadttor-Bauwerken erleben. Vorbei an den Resten eines mittelalterlichen Waschplatzes, dem Stauteich der seit Mitte des 17. Jahrhunderts bestehenden Gerberei Stecker sowie den Resten der Lükemeierschen Mühle (1535) führte der Weg zur Burg Horn, der einzigen Burg im Lipperland, die, 1348 erbaut, noch echte mittelalterliche Bausubstanz aufweist.

Hier ging es in die Gewölbe des Burgkellers mit seinem eigenen Brunnen, dann in den Rittersaal, der heute als Standesamt genutzt wird, und anschließend auf den Burgturm, von dem aus man einen schönen Blick auf Horns Altstadt hat. Im zweiten Stock der Burg befindet sich das Burgmuseum, welches ausgewählte Themen zur Stadtgeschichte sowie Werke der überregional Bekannten Künstler Karl (Maler) und Robert (Bildhauer) Henckel präsentiert. Das Museum wird ehrenamtlich vom Heimatverein Horn geführt und kann von April bis November jeweils freitags, samstags und sonntags zwischen 14.00 und 17.00 Uhr kostenfrei besucht werden.

Auf dem letzten Stück der Wanderung ging es vorbei an dem ‚Adelheid-Stift‘, das von Adelheid von Waldeck, der Frau von Simon dem Ersten, 1339 gegründet wurde und bis heute, jetzt unter Betreuung durch die evangelische Kirchengemeinde existiert. Die Geschichte des Turms der ev. Kirche in Horn reicht bis zu Beginn des 12. Jahrhunderts zurück. Er ist das älteste Gebäude der Stadt. In seiner unmittelbaren Nähe steht der ‚Pfeifenkump‘, der letzte einer Reihe von Kümpen, die die Wasserversorgung der Stadt durch ein System aus hölzernen Wasserrohren vom ‚Bornsberg‘ (= Quellenberg) schon seit Mitte des 14. Jahrhunderts sicherstellte.

Eine solche Wasserversorgung war zu der Zeit einmalig in Lippe.

Diese Stadtführung bot eine mal ganz andere Perspektive auf Horn und viele zeigten sich beeindruckt, welch lauschige Stellen es in Horn gibt.

Track der Tour inklusive Fotos beim TWV auf Komoot

Teutoniaklippen, Bleikuhlen & Galmeiveilchen

Über Lippes Grenzen hinaus ins Paderborner Land ging es heute. Und es war von allem etwas dabei: ein schmaler, wurzeldurchzogener Pfad oben auf den schroff aufragenden Felswänden führte zum Aussichtsturm „Bierbaums Nagel“, von dem man bei guter Sicht angeblich bis Kassel schauen kann – trotz des Bilderbuch-Wanderwetters wurde Kassel heute leider nicht gesichtet. Aber die Aussicht war trotzdem lohnenswert. Auf breiten Wander-„Autobahnen“ konnten dann wieder Kilometer gemacht werden.

Weiter führte die Wanderung auf dem Eggeweg, zunächst auf schmalen Pfaden und dann in einem steilen Abstieg zu den Klippen und dem Felsenmeer bei Hardehausen. Aber auch ein Adventure Part sollte nicht fehlen, hinein in die Wildnis. Auf dem Alten Hirtenweg ging es über Stock und Stein und Brombeerranken, was alle bravourös meisterten. Angekommen im Schwarzbachtal verlief die Wanderroute parallel zu dem munter plätschernden Bach auf gemächlich zu begehenden, leicht ansteigenden Waldwegen bis zur Wüstung Blankenrode. Die Wall- und Grabenanlage, die den Ort früher umgeben hat, ist noch gut erkennbar, von den Gebäuden ist lediglich ein Fundament übriggeblieben. Ganz zum Schluss die Stippvisite ins Zwergenreich: als botanisches Highlight konnte das reichlich auf dem Schwermetallrasen blühende Violette Galmei-Veilchen bewundert werden, weltweit einzigartig nur hier in den Blankenroder Bleikuhlen vorzufinden. Zum Abschluss wie immer die Einkehr, diesmal im Grand Café „De Vagenbond“ mit holländischem Apfelkuchen (leider nicht für alle). (Die Webredaktion dankt Sabine Segler für den Text!) 
Track und Fotos beim TWV auf Komoot!

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